zubau am weingut edlinger

furth bei göttweig / palt

thomas parth :

Wer es mit Weinbauern und entsprechenden Bäuerinnen zu tun bekommt, muss mit allem rechnen. Kein Zeitpunkt, in dem nicht getestet, erprobt und überprüft wird. Kein Sinnesorgan, das nicht überprüft und bewertet. Auge, Nase, Zunge, Mund - nichts bleibt untätig, und in kniffligen Quer- oder Blindverkostungen werden Entsprechungen, Differenzen, Vergleichbarkeiten bewertet. Und je erfolgreicher so eine Weinbäuerin samt Bauer, desto kritischer und unbestechlicher deren Analysen und Urteile. Bei so viel kritischem Bewusstsein ist es allein schon eine große Auszeichnung, für solche Autoritäten überhaupt etwas machen zu dürfen. Wobei natürlich weder Architektin noch Architekt den Fehler machen sollte, den permanenten Prüfungsmodus der Auftraggeber zu vergessen. Es erscheint nämlich nur folgerichtig, dass bei der Beurteilung des fertigen Werkes neben den önologisch höchst sensiblen auch alle weiteren zur Verfügung stehenden Sinne zum Einsatz kommen.

Lebhaft stelle ich mir vor, wie Bauherr und Baufrau die Dimensionen ihres neu geschaffenen Domizils abgehen und bewerten. Wie sie die Verhältnismäßigkeit des an dieser Stelle gestandenen alten Schuppens mit dem neuen Eigenheim – gedacht als ihr persönlicher Rückzugsort – beurteilen. Wie sie das Haus von allen Seiten und Richtungen in Angriff nehmen, wie sie die Qualität der Verarbeitung und alle erwünschten Aus- und Einblicke in allen erdenklichen Quer-, Längs- und Vertikalerprobungen überprüfen und begutachten.

projekt

wohnhaus
furth bei göttweig | palt, a

sonstiges

fertigstellung | sommer 2016
fotograf | lukas schaller
text | thomas parth

vorbildliches bauen in NÖ |
der niederösterreichische baupreis

team

peter reiter
christoph eigentler
tanja messner

peter reiter architektInnen