technologiezentrum ingenia

linz

„Alles was ein Mann schöner ist wie ein Aff‘, ist ein Luxus“ behauptet die Tante Jolesch des Wiener Autors Friedrich Torberg (1908–1979). Nicht auszudenken, was diese Tante sich von einem Technologiezentrum, hätte sie dieses Wort jemals gehört, erwartet hätte. Denn was ist gestaltungsmäßig schon von einem Wortungetüm wie „Technologiezentrum“ zu erwarten? Na was schon? Eben – ein Technologiezentrum!
Und alles, was ein Technologiezentrum – man bedenke: ein Technologiezentrum, das sich mit Kranfördertechnik und Materiallogistik für Drahtbeiz-, Rohrbehandlungs- und Verzinkungsanlagen beschäftigt – schöner ist als ein Zinshaus … Aber lassen wir das.
Den Architekten jedenfalls dürften die Tante Jolesch und deren ästhetischen Überlegungen völlig Wurscht gewesen sein, und sie bauten der Firma Ingenia ein sogenanntes Technologiezentrum, das eigentlich ein Refugium ist und gegen das sich gar nicht wenige sogenannte Refugien wie eigentliche Technologiezentren ausmachen. Kompliziert – aber es ist so.
Da ist zuerst einmal – Tante Jolesch wäre entsetzt – der verschwenderisch unwirtschaftlich genutzte Baugrund. Auf einem ein Hektar großen Grundstück stehen lediglich eine Werkshalle im Ausmaß von 1.500m² und ein Bürogebäude mit 1.000m². Der große Rest wurde zum Park, quasi zum Technologiezentrumpark. Schwimmteich mit Holzterrasse, Badesteg und Bistro inklusive.
Doch damit nicht genug – das Entsetzen der Tante Jolesch würde wohl ins Unermessliche steigen – richtig in den Luxus ging es bei den Bauten. Beispielsweise das sogenannte Bürogebäude. Als ob es sich bald ganz vom Boden abheben würde, schweben die Räumlichkeiten für Verwaltung, Konferenzen, Bar und Kommunikation auf Stützen knapp über dem Boden, der recht verborgen die Parkplätze und die Sozialräume für die Mitarbeiter beherbergt.
Gegenüber und etwas erhöht steht – Luxus lässt grüßen – die ebenso bis in die letzte Kleinigkeit durchgeplante und durchgestylte Werkshalle mit einer beeindruckenden Streckmetallfassade.
Bei soviel Luxus würde es Torbergs Tante wohl gar nicht mehr interessieren, dass für die Heizung und Kühlung des Gebäudes ein eigener Grundwasserbrunnen angelegt wurde.
Beeindruckt war allerdings die Architektenwelt. Wohl keine größere Fachzeitschrift, in der das Zentrum nicht lobend erwähnt wurde und die Auszeichnungen best architects 13 oder die Anerkennung der ZV Bauherrenpreis 2010, sprechen für sich – und vor allem für das Technologiezentrum, das all das widerspiegelt, wofür Ingenia steht und wofür es mit seinen hochqualitativen Produkten in der Industrie bekannt ist.

projekt

technologiezentrum
linz, a

auftraggeber

ingenia gmbh

sonstiges

fertigstellung | herbst 2010
fotograf | lukas schaller
text | thomas parth
auzeichnungen | best architekt 13 | ZV Bauherrenpreis 2010

team

peter reiter
ralf eck
tanja messner
christoph eigentler

PR Peter Reiter Architekten